Testosteron Nebenwirkungen

Privatklinik Hellge kontrolliert die Nebenwirkungen einer Testosterontherapie mit festen Blutwerten, weil die wichtigsten von ihnen keine Beschwerden machen.

Welche Nebenwirkungen hat eine Testosterontherapie?

Die häufigste Nebenwirkung einer Testosterontherapie ist ein Anstieg der roten Blutkörperchen, gemessen als Hämatokrit. Weitere Nebenwirkungen betreffen Haut, Brust, Fruchtbarkeit und Prostata. Die meisten hängen von der Dosis ab und gehen zurück, wenn der Spiegel gesenkt wird. Welche Kontrollen das absichern, steht auf der Seite Testosteronersatztherapie.

Die Nebenwirkungen im Einzelnen

Die folgenden Nebenwirkungen sind nach ihrer Bedeutung für die Kontrolle geordnet.

1. Anstieg des Hämatokrits

Testosteron regt die Bildung roter Blutkörperchen an. Steigt der Hämatokrit über 54 Prozent, wird das Blut dickflüssiger und das Thromboserisiko steigt; die Therapie wird dann pausiert und niedriger dosiert. Bei Spritzen mit Testosteronenantat ist der Anstieg stärker als bei Gel.

2. Akne und fettige Haut

Akne und fettige Haut treten vor allem zu Beginn und bei hohen Spiegeln auf. Bei Gel kommen Rötungen und Juckreiz an der Auftragestelle hinzu.

3. Brustspannen und Brustvergrößerung

Ein Teil des Testosterons wird in Östrogen umgewandelt. Das kann die Brust spannen oder vergrößern, besonders bei Übergewicht.

4. Verminderte Fruchtbarkeit

Zugeführtes Testosteron unterdrückt LH und FSH. Die Samenbildung sinkt, oft bis zur vorübergehenden Unfruchtbarkeit, und die Hoden werden kleiner. Bei Kinderwunsch ist eine Testosterontherapie deshalb ungeeignet.

5. Anstieg des PSA-Werts

Der PSA-Wert steigt unter Testosteron leicht an. Ein Anstieg um mehr als 1,4 ng/ml innerhalb von 12 Monaten oder ein tastbarer Knoten wird urologisch abgeklärt.

6. Schlafapnoe und Wassereinlagerungen

Eine bestehende Schlafapnoe kann sich verschlechtern. Bei Herz- oder Nierenschwäche können Wassereinlagerungen in den Beinen auftreten.

Erhöht Testosteron das Risiko für Prostatakrebs?

Eine Testosterontherapie, die den Spiegel in den Normalbereich hebt, erhöht nach heutiger Studienlage das Risiko für Prostatakrebs nicht. Ein unentdeckter Prostatakrebs kann unter Testosteron aber schneller wachsen. Deshalb wird vor Therapiebeginn bei Männern ab 40 Jahren der PSA-Wert bestimmt und während der Therapie kontrolliert.

Schadet Testosteron dem Herzen?

In der TRAVERSE-Studie mit 5246 Männern mit Hypogonadismus und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko traten schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse unter Testosteron Gel nicht häufiger auf als unter Placebo (7,0 gegenüber 7,3 Prozent). Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolien waren unter Testosteron häufiger. Für Männer mit Herzrhythmusstörungen oder früheren Thrombosen ist die Abwägung deshalb besonders sorgfältig.

Welche Risiken bestehen für Partnerin und Kinder?

Bei Testosteron Gel kann das Hormon durch Hautkontakt auf Frauen und Kinder übergehen. Bei Kindern kann das eine vorzeitige Pubertät, bei Frauen verstärkte Behaarung und Akne auslösen. Händewaschen und bedeckte Auftragestellen verhindern die Übertragung. Bei der Testosteron Spritze besteht dieses Risiko nicht.

Häufige Fragen

Gehen die Nebenwirkungen nach dem Absetzen zurück?

Hämatokrit, Akne und Wassereinlagerungen normalisieren sich nach dem Absetzen meist innerhalb von Wochen bis Monaten. Die Samenbildung erholt sich häufig, aber nicht bei jedem Mann vollständig.

Verursacht Testosteron Haarausfall?

Testosteron kann bei Männern mit Veranlagung den erblichen Haarausfall beschleunigen, weil ein Teil in Dihydrotestosteron umgewandelt wird.