Testosteronersatztherapie (TRT)
Privatklinik Hellge führt die Testosteronersatztherapie (TRT) bei Männern mit bestätigtem Testosteronmangel durch und begleitet sie mit regelmäßigen Blutkontrollen.
Was ist eine Testosteronersatztherapie?
Eine Testosteronersatztherapie führt dem Körper das Testosteron zu, das die Hoden nicht mehr ausreichend bilden. Die Abkürzung TRT steht für Testosterone Replacement Therapy. Ziel ist ein Testosteronspiegel im mittleren Normalbereich und die Besserung der Beschwerden, die der Mangel verursacht. Die Therapie ersetzt das Hormon, heilt aber die Ursache nicht; nach dem Absetzen fällt der Spiegel auf den Ausgangswert zurück.
Für wen ist eine Testosteronersatztherapie geeignet?
Eine Testosteronersatztherapie ist für Männer geeignet, bei denen typische Symptome und ein wiederholt niedriger Morgenwert zusammentreffen. Männer mit niedrigem Wert ohne Beschwerden profitieren nicht. Für Männer mit normalem Testosteron, für Muskelaufbau oder Leistungssteigerung ist die Therapie nicht bestimmt.
Ab welchem Wert wird behandelt?
Behandelt wird, wenn das Gesamttestosteron an zwei Morgen unter dem Grenzwert des Labors liegt; die Endocrine Society nennt 264 ng/dl (etwa 9,2 nmol/l) als untere Grenze gesunder junger Männer. Liegt der Wert knapp darüber, entscheiden freies Testosteron und Beschwerdebild. Die Messung erklärt die Seite Testosteron Test.
Wann ist eine Testosteronersatztherapie ausgeschlossen?
Gegen eine Testosteronersatztherapie sprechen nach der Leitlinie der Endocrine Society folgende Befunde:
- Prostatakrebs oder Brustkrebs
- ein tastbarer Knoten der Prostata oder ein erhöhter PSA-Wert ohne urologische Abklärung
- ein Hämatokrit über 48 Prozent vor Therapiebeginn
- eine unbehandelte schwere Schlafapnoe
- eine unkontrollierte Herzschwäche
- ein Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten 6 Monaten
- ein aktueller Kinderwunsch
Welche Formen der Testosteronersatztherapie gibt es?
Testosteron wird als Gel auf die Haut, als Injektion in den Muskel oder als Kapsel gegeben. Die Formen unterscheiden sich darin, wie gleichmäßig der Spiegel verläuft und wie oft Sie anwenden müssen.
| Form | Anwendung | Spiegelverlauf |
|---|---|---|
| Testosteron Gel | täglich auf die Haut | gleichmäßig, nah am Tagesrhythmus |
| Testosteronenantat-Spritze | alle 2 bis 3 Wochen in den Muskel | hoch nach der Injektion, niedrig vor der nächsten |
| Testosteronundecanoat-Spritze | alle 10 bis 14 Wochen in den Muskel | lang anhaltend, gleichmäßiger |
| Testosteronundecanoat-Kapseln | mehrmals täglich zu den Mahlzeiten | stark schwankend |
Die Unterschiede zwischen Gel und Spritze im Alltag erklären die Seiten Testosteron Gel und Testosteron Spritze.
Was bewirkt eine Testosteronersatztherapie?
Eine Testosteronersatztherapie verbessert bei Männern mit echtem Mangel vor allem Libido und sexuelle Funktion. In den Testosterone Trials mit 790 Männern ab 65 Jahren besserten sich sexuelle Aktivität, Libido und Erektionsfunktion deutlich, Stimmung und depressive Symptome leicht. Auf die Müdigkeit hatte Testosteron in dieser Studie keinen signifikanten Effekt. Muskelmasse und Knochendichte nehmen über Monate zu, das Bauchfett nimmt ab.
Wann wirkt die Therapie?
Libido und Stimmung bessern sich häufig innerhalb von 3 bis 6 Wochen. Die Erektionsfunktion braucht bis zu 6 Monate, Muskelmasse und Kraft 3 bis 6 Monate, die Knochendichte 1 bis 2 Jahre. Tritt nach 6 Monaten keine Besserung ein, wird die Therapie überprüft.
Welche Kontrollen gehören zur Testosteronersatztherapie?
Eine Testosteronersatztherapie wird nach 3 bis 12 Monaten und danach jährlich kontrolliert. Gemessen werden der Testosteronspiegel, der Hämatokrit und bei Männern ab 40 Jahren der PSA-Wert; dazu kommen Fragen nach Beschwerden, Schlaf und Wasserablagerungen. Steigt der Hämatokrit über 54 Prozent, wird die Therapie pausiert und die Dosis angepasst. Mögliche unerwünschte Wirkungen beschreibt die Seite Testosteron Nebenwirkungen.
Ist eine Testosteronersatztherapie sicher für das Herz?
Die TRAVERSE-Studie mit 5246 Männern zwischen 45 und 80 Jahren mit Herz-Kreislauf-Erkrankung oder hohem Risiko fand unter Testosteron Gel keine Zunahme schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse gegenüber Placebo. Vorhofflimmern, akutes Nierenversagen und Lungenembolien traten unter Testosteron jedoch häufiger auf. Männer mit Herzerkrankung werden deshalb vor und während der Therapie besonders sorgfältig überwacht.
Was gilt bei Kinderwunsch?
Bei Kinderwunsch ist eine Testosteronersatztherapie ungeeignet, weil zugeführtes Testosteron LH und FSH unterdrückt und damit die Samenbildung bis zur Unfruchtbarkeit senkt. Nach dem Absetzen erholt sich die Samenbildung meist innerhalb von Monaten, aber nicht bei jedem Mann vollständig. Bei sekundärem Hypogonadismus und Kinderwunsch wird stattdessen mit hCG und FSH behandelt.
Was kostet eine Testosteronersatztherapie?
Die Kosten einer Testosteronersatztherapie hängen vom Präparat, der Dosis, den Kontrollen und der Versicherung ab. Bei ärztlich festgestelltem Hypogonadismus übernehmen gesetzliche und private Krankenversicherungen die Therapie in vielen Fällen; ein Einsatz ohne gesicherte Diagnose wird nicht erstattet. Wie Sie eine Behandlung anfragen, steht auf der Seite Behandlung anfragen.
Häufige Fragen
Muss eine Testosteronersatztherapie lebenslang erfolgen?
Bei einem dauerhaften Hypogonadismus ja, weil der Spiegel nach dem Absetzen auf den Ausgangswert fällt. Bei funktionellen Ursachen kann die Therapie nach Gewichtsabnahme oder Behandlung der Grunderkrankung oft beendet werden.
Verursacht eine Testosteronersatztherapie Prostatakrebs?
Studien zeigen keinen Anstieg von Prostatakrebs bei Männern, deren Spiegel in den Normalbereich angehoben wird. Ein bestehender Prostatakrebs kann aber wachsen, deshalb wird der PSA-Wert vor und während der Therapie kontrolliert.