Testosteronmangel beim Mann

Privatklinik Hellge behandelt Testosteronmangel bei Männern, wenn passende Beschwerden und wiederholt niedrige Testosteronwerte im Blut zusammenkommen.

Was ist Testosteronmangel?

Testosteronmangel ist ein Zustand, bei dem die Hoden zu wenig Testosteron bilden oder die Hirnanhangsdrüse die Hoden zu schwach anregt. Fachärzte sprechen von Hypogonadismus. Die Diagnose setzt zweierlei voraus: Beschwerden, die zu einem Mangel passen, und ein eindeutig erniedrigtes Gesamttestosteron, das an zwei verschiedenen Morgen nüchtern gemessen wurde.

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es steuert die Libido, unterstützt die Erektion, erhält Muskelmasse und Knochendichte, regt die Blutbildung an und beeinflusst Antrieb und Stimmung. Ein niedriger Wert allein ohne Beschwerden ist kein behandlungsbedürftiger Testosteronmangel.

Wie häufig ist Testosteronmangel bei Männern?

Ein altersbedingter Testosteronmangel mit Beschwerden ist seltener, als die Suchhäufigkeit vermuten lässt. In der European Male Ageing Study erfüllten rund 2 Prozent der Männer zwischen 40 und 79 Jahren die Kriterien aus sexuellen Beschwerden und niedrigem Testosteron. Der Testosteronspiegel sinkt mit dem Alter langsam; Übergewicht, Typ-2-Diabetes und chronische Erkrankungen senken ihn deutlich stärker als das Alter allein.

Woran erkennt man Testosteronmangel beim Mann?

Die verlässlichsten Anzeichen eines Testosteronmangels betreffen die Sexualität. Weitere Beschwerden sind häufig, aber weniger spezifisch, weil Schlafmangel, Stress oder eine Depression sie ebenfalls auslösen. Alle Symptome mit Erklärung stehen auf der Seite Testosteronmangel Symptome.

  • seltener werdende morgendliche Erektionen
  • nachlassende sexuelle Lust
  • Erektionsstörungen
  • Müdigkeit, geringer Antrieb und gedrückte Stimmung
  • Abnahme von Muskelkraft und Zunahme von Bauchfett
  • verringerte Knochendichte und, bei ausgeprägtem Mangel, Hitzewallungen

Welche Ursachen hat ein Testosteronmangel?

Ein Testosteronmangel entsteht entweder in den Hoden selbst (primärer Hypogonadismus) oder in der Steuerung durch Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse (sekundärer Hypogonadismus). Beispiele für eine primäre Ursache sind das Klinefelter-Syndrom, eine Hodenentzündung oder eine Chemotherapie. Sekundär wirken etwa ein Tumor der Hirnanhangsdrüse, ein erhöhtes Prolaktin, Opioide oder ein früherer Anabolikamissbrauch.

Häufig ist der Mangel funktionell: Starkes Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Schlafapnoe und hoher Alkoholkonsum drücken den Testosteronspiegel, ohne dass Hoden oder Hirnanhangsdrüse erkrankt sind. Die Einteilung erklärt die Seite Testosteronmangel Ursachen.

Wie wird Testosteronmangel festgestellt?

Ein Testosteronmangel wird durch eine Blutabnahme am Morgen festgestellt, die an einem zweiten Tag wiederholt wird. Gemessen wird das Gesamttestosteron; bei Übergewicht oder auffälligem SHBG zusätzlich das freie Testosteron. LH und FSH zeigen, ob die Ursache in den Hoden oder in der Hirnanhangsdrüse liegt. Grenzwerte, Umrechnung und Ablauf stehen auf der Seite Testosteron Test.

Wie wird Testosteronmangel behandelt?

Ein bestätigter Testosteronmangel wird mit einer Testosteronersatztherapie behandelt, die das fehlende Hormon von außen zuführt. Die häufigsten Darreichungsformen sind Testosteron Gel, das täglich auf die Haut aufgetragen wird, und die Testosteron Spritze, die in den Muskel injiziert wird. Ziel ist ein Testosteronspiegel im mittleren Normalbereich junger Männer.

Liegt eine funktionelle Ursache vor, steht deren Behandlung an erster Stelle. Besteht Kinderwunsch, ist Testosteron ungeeignet, weil es die Samenbildung unterdrückt.

Was kann man selbst bei Testosteronmangel tun?

Bei einem funktionellen Testosteronmangel heben Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und weniger Alkohol den Testosteronspiegel oft messbar an. Eine behandelte Schlafapnoe und gut eingestellte Blutzuckerwerte wirken in dieselbe Richtung. Bei einer Erkrankung der Hoden oder der Hirnanhangsdrüse ersetzen diese Maßnahmen die Hormontherapie nicht. Nahrungsergänzungsmittel mit dem Versprechen, Testosteron zu steigern, haben keinen belegten Nutzen bei einem echten Mangel.

Welcher Arzt behandelt Testosteronmangel?

Testosteronmangel behandeln Urologen, Andrologen und Endokrinologen. Der Hausarzt kann die erste Blutuntersuchung veranlassen. Privatklinik Hellge konzentriert sich auf die Testosteronersatztherapie bei Männern und auf die Verlaufskontrollen, die zu ihr gehören.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter tritt Testosteronmangel auf?

Ein Testosteronmangel kann in jedem Alter auftreten. Angeborene Formen zeigen sich oft in der Pubertät, der altersbedingte Mangel meist ab dem 40. Lebensjahr, häufig zusammen mit Übergewicht oder chronischen Erkrankungen.

Gibt es Wechseljahre beim Mann?

Nein, nicht im Sinne eines abrupten Endes wie bei der Frau. Der Testosteronspiegel sinkt langsam, und nur ein kleiner Teil der älteren Männer entwickelt einen behandlungsbedürftigen Mangel.

Kann Testosteronmangel Depressionen auslösen?

Ein Testosteronmangel kann gedrückte Stimmung und Antriebslosigkeit verursachen. Eine Depression hat jedoch meist andere Ursachen und wird eigenständig behandelt. In der Testosterone Trials Studie verbesserte Testosteron Stimmung und depressive Symptome bei älteren Männern mit niedrigem Spiegel nur leicht.